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Kosmischer Mensch 2

Kosmischer Mensch 2

Kosmischer Mensch 2

 

27. Geburt bei den Ohais

27.04.2006 – Einfahrt
 

Mordechai hat die Eier ihrer Kinder aus dem Körper gedrückt, erfuhr ich und Ahan sich beinahe umgebracht. Er war zu lange außerhalb seiner Sphäre.
Die Acheler fanden Gehör bei Präsident Bush. Er scheint nicht mehr völlig abgeneigt, ihnen mal zuzuhören. So sei er aufgewühlt gewesen, als er erfuhr, dass sich mehr als 7 Spezies unter den Menschen befinden – und das seit langen Zeiten. Er zeigte auch hier seine typische Erstarrung bei dieser Mitteilung, die er scheinbar nur in Zeitlupe verarbeiten kann. Ein Vril-Botschafter, der bei der Abordnung war, erzählte Ulluer davon und ist der Meinung, Bush sei hypnotisch.

»Dieser Mann reagiert nicht, sondern agiert nur«, folgerte Ulluer. »Ein typisches Zeichen einer hypnotischen Blockadesetzung, mit der die Asurischen bestimmte Menschen als Marionetten abrichten.«
Auch bei anderen Regierungsleuten sei dieses Phänomen mehr oder minder deutlich zu finden.

»Amidache, unser Botschafter, stellte fest, dass Bush mehrere Implantate aufweist«, fuhr er fort. »Wir müssen nun beraten, ob wir da etwas tun dürfen oder noch abzuwarten haben. Eine Chitauli-Abordnung hat uns schon gewarnt, nicht die Regeln zu biegen – schließlich stellten sich diese Menschen freiwillig in den Dienst der Chitaulis. Und sie erhielten dafür auch reichlich Entlohnung in Technik, Gold und Ländereien. Ein mieses Reglement, vor allem, wenn man darüber nachdenkt, wer dabei über die Ländereien verfügt: Nicht der Erdenmensch, sondern die Chitauli.«

»Ein Betrugsvertrag auf Kosten der ganzen Menschheit«, warf ich ein. »Wie kann so etwas nur unter euren Augen stattfinden?«
»Ach Alfons, du kennst doch diese leidige Geschichte bis zum Erbrechen«, winkte Ulluer ab. »Eure Führer haben sich eben für Güter und Macht, sowie High-Tech entschieden. Und die Völker haben sie blindlings angenommen, ohne die Konsequenzen zu überdenken.«

»Ich bin mir manchmal nicht mehr so sicher, warum die Asuras fast alles dürfen und ihr so wenig. Das ist doch nicht gerecht verteilt«, warf ich ein.

»Hier geht es nicht um Gerechtigkeit alleine, sondern um das menschliche Recht der freien Entscheidung«, lachte er auf. »Da ihr nicht artgerecht entscheidet, sondern meist nur egozentriert, passieren euch ungerechte Dinge. Denke einmal an all die Menschen, die längst über diese Dinge wissen. Was tun die, außer reden und darüber schimpfen? Die wenigsten sind bereit, tatsächlich dem System den Rücken zu kehren. Das bedeutet nämlich Selbstverantwortung. Wer das wirklich von Herzen will, findet immer Wege es auch durchzuführen. Aber dazu gehört eine Menge Mut und das entsprechende Wollen. Du kannst hier sicher klug reflektieren, um dir selbst die klare Antwort zu geben.«

»Wir sind Ungerechtigkeit wohl schon zu sehr gewöhnt, um uns dagegen aufzulehnen.«

»Sie ist für euch Alltag – schlimm genug«, nickte er. »Es liegt am Training, euch wieder das Recht zum richtigen Tun und Handeln zu nehmen und euch zu verinnerlichen: Werdet wieder rechte Denker!«

»Ich weiß, was du sagen willst. Doch das ist den meisten Menschen nur noch unter schwierigsten Diskussionen nahezulegen«, konstatierte ich. »Da gibt es mehr aber als Zustimmung. Ich höre ständig: ›Das geht doch nicht, wovon soll ich leben?‹ Die Menschen sind voller Zweifel. Sie suchen jemanden, der ihnen sagt, was sie machen sollen. Über eigene Lösungen nachzudenken, damit wären die meisten völlig überfordert, weil sie ihr ganzes Leben lang gelernt haben, die Verantwortung für sich an andere abzugeben. Die Menschen haben verlernt selber und eigenständig zu denken.«

Ich erzählte ihm von dieser C., die sich als Medium für einen Geist zur Verfügung stellt, der behauptet Geistheiler zu sein und die glaubt, Geistheilen bedeute, bei anderen den Geist zu heilen.

Nun musste Ulluer schmunzeln: »Wenn man den Geist als Heiler nimmt, um ihn bei anderen zu heilen, so ist das wohl bloßer Humbug.«

»Und wenn ein sogenanntes Geistwesen als Heiler auftritt, ist das wohl nur eine verwirrte Seele«, nickte ich.

»Auf jeden Fall nur bedingt fähig, emotional-seelische Ängste zu therapieren. Eine echte Geistheilung geschieht aus dem Geist in die Seele, in den Körper und zurück. Hier sind alle drei Ebenen gleichsam gefordert. Der Therapeut hat dabei die Aufgabe der Kanalöffnungen zwischen den drei Ebenen. Ganz wichtig ist dabei, dass der Patient die Eigenverantwortung erkennt und übernimmt. So unlogisch das klingt, der Therapeut muss streng sein und Aufgaben verteilen. Du könntest das auf der geistseelischen Basis.«

»Ich denke, die geistige und seelische Basis könnte ich verknüpfen, um sie dem körperlichen Nervensystem zuzuführen«, nickte ich. »Doch wenn es um Ängste geht, könnte ich nur mit Brachialbeispielen aufwarten.«

»Es gab einmal einen Therapeuten, der konnte das perfekt – bis er überheblich wurde und dafür in eine karmische Falle fiel«, lächelte er mich an. »Und in dieser Inkarnation ist er dabei, diese Hybris zu überwinden – er heißt heute Alfons.«
Da ich nichts sagte, fuhr er fort: »Ängste kannst du definieren und auch sehr gut aufspüren, weil du dich selbst kennst. So kennst du auch die menschlichen Ängste mit Namen und Auftritten. Mit deiner Auffassungsgabe und deinem Wissen ist es dir möglich, dich der Ängste eines Gegenübers nüchtern zu stellen. Du kannst sie analysieren und sogar spontan kanalisieren, wenn du dir das nur zutraust. Doch der Schock von damals sitzt tief, hm?«

»Damit begebe ich mich jedoch auch in Bereiche dunkler okkultistischer Anhaftungen bei Menschen«, folgerte ich.

»Indem du sie ausleuchtest, werden sie beim Gegenüber Schatten werfen und diese kannst du sofort bannen, um sie dem Patienten zu zeigen. Viel eher bist du ein Therapeut und Heiler, als ein selbsternannter Geistheiler, der mit okkulten Quellen arbeitet.«

»Aha, es geht ans Eingemachte«, kam Nasmakrai hinzu. »Meinst du, er sieht das so ein?«

»Oh ja – Alfons sieht so manches vor sich«, lächelte Ulluer dazu. »Er kam nicht umsonst mit Christa zusammen.«

»Ich weiß, dass meine Liebe zu Christa sehr stark dazu beigetragen hat, dass ich dem Okkulten und Dunkelmagischen, zu dem ich mich in früheren Jahren sehr hingezogen fühlte, letztendlich völlig entsagte. Meint ihr das damit?«

»Nicht nur. Christa hat die vier Wächter, die vier Elemente, in sich vereint und ihr beide zusammen erschafft das fünfte Element, das Element der Vereinigung oder das des fünften Wächters.«

»Ihr meint, neben den vier Elementen Feuer, Wasser Luft und Erde gibt es das fünfte Element, über das die Alchymisten sagen, es sei das Bleibende, unvergängliche Element, welches die anderen vier in sich beherbergt«, warf ich nun ein, »das Pseudoelement, das mit Stein der Weisen oder Roter Leu bezeichnet wird?«

»Du kannst das also überblicken, was ist daran schwierig zu begreifen?«, fragte Nasmakrai.

»Der Verstand schafft es nicht!«, warf ich ein.

»Du Pharisäer«, lachte Ulluer, »traue dich doch etwas mehr vor«.

»Die dreieinige Neutralität«, folgerte ich nun, »und das Überblicken von allem, wozu sie führt?«

»Natürlich«, grinste er, »die klare Sicht auf alles, was im Kosmos jemals gedacht und manifest wurde. Der rote Leu, der Stein der Weisen ist die Kraft und die Macht, alles zu überblicken und diese Kraft steckt in euch beiden, wobei sie sich bei Christa anders auswirkt, als bei dir. Du bist eigentlich der geborene Heiler.«

»Ich selbst bin noch viel zu unfertig und beeinträchtigt, um auch nur im Traume daran zu denken, ich könnte andere heilen«, wies ich barsch von mir.

»Ich will dir jetzt ein kleines Geheimnis verraten«, konstatierte Nasmakrai. »Du glaubst von dir, sehr anfällig für Krankheiten zu sein. Doch du durchlebst keine Krankheiten, sondern Heilphasen und Reinigungsprozesse, wodurch du Erfahrungen sammelst. Dein Magisterium geht weiter, indem es dich immer weiter öffnet und dabei Heilprogramme in dich setzt. Du bist nicht anfällig für Krankheiten, sondern fällig, durch die unterschiedlichsten Heilprozesse zu gehen. Du kannst sie umwenden als Erfahrungsprozesse in die Richtung eines Heilers aus Geist in die Seele, in den Körper und zurück.«
»Das mag er aber nicht hören«, sagte Ulluer lapidar mit verschränkten Armen. »Er hört lieber, dass er grundsätzlich zu dumm dafür sei.«

»Ach ja, natürlich«, fiel Nasmakrai in den gleichen Ton ein, »pure Identifikation mit fauler Ablehnung der Lebenszielerfüllung. Der Mensch gönnt sich ja sonst nichts, als eine pure Verneinung der eigenen Anlagen«.

»Ja, Gönner seines Selbst ist er nicht, der Herr Magister Thalus von Athos«, ätzte Ulluer, als wäre ich nicht anwesend, »also bastelt er an seinen Vorträgen herum, weil er sich nicht traut, sein Wissen wie ein Heiler darzulegen.«

Mordechai hat mich jetzt gerettet.
»Alfons ist dabei. Bitte behandelt ihn so, wie ihr behandelt werden wollt, wenn ihr mal in einem Leerraum steckt«, fauchte sie die beiden an. »Alfons hat die letzten Jahre mehr durchlitten, als ihr beide in den letzten Jahrtausenden zusammen.«
Sie nahm mich beiseite, hakte mich unter und sagte: »Jetzt mache ich etwas, was wir normalerweise niemals tun würden: Ich nehme dich mit in unseren Garten und zeige dir die Zwillingseier unserer Mädchen. Das ist eigentlich eine ganz intime Sache zwischen Nasmakrai, mir und den Mädchen und normalerweise würden wir niemanden dazu holen. Bei dir mache ich mal eine Ausnahme.«
Ich war sehr gerührt, als ich die beiden Eier vor mir liegen sah. Ei ist eigentlich dafür nicht ganz richtig. Ich sehe zwei Babys, noch umhüllt von der Fruchtblase in einem, mit warmem Heu ausgefüllten Korb liegen. An einer Seite der Eier entdecke ich die Mutterkuchen.

»Hier siehst du die letzten Reifungsbemühungen meiner Spezies, bis die Kinder die Haut durchstoßen und ihren ersten Atemzug machen. Bei euch platzt die Fruchtblase vor oder bei der Ankunft der Kinder, bei uns bleibt sie noch eine kurze Zeit erhalten. Es sind dann die Kinder, die von sich aus die Haut durchstoßen, wenn sie dazu bereit sind. Normalerweise entfernen wir uns nicht von den Kindern in dieser Phase, aber wir können erkennen, dass sie noch nicht ganz so weit sind, um heraus zu kommen. Es wird wohl noch eine oder zwei Stunden dauern.
Ich weiß nicht, was unsere Kinder einmal werden, wofür sie sich entscheiden. Ich weiß jedoch, sie werden sich zu einem spezifischen Leben entscheiden, das meines und Nasmakrais noch um ein paar Promillepunkte überflügeln wird. Sie werden in unsere Fußstapfen treten und zusätzlich ein paar Schritte weiter gehen im Lichte der Schöpfung. Es sind immer diese kleinen Schritte, die eine Spezies weiterbringen. So werden sie neue Erkenntnisse zeitigen und sie in unsere Gemeinschaft sowie in die Gemeinschaft mit anderen Spezies einfließen lassen. Schau hin, mein Lieber, niemand weiß, was sie einmal werden. Doch auf jeden Fall werden sie etwas Besonderes – egal, auf welcher Welt sie heranreifen, wie sie physiognomisch oder mental aussehen. Was ich weiß: Gemeinsam mit allen Spezies, mit denen wir befreundet sind und Kontakte pflegen, fließen wir allgemein dem Göttlich-Lichten zu. Allein das musst du wissen, wenn dich Zweifel plagen und auch, wenn zwei solche Rüpel dich auf ihre Weise motivieren wollen. Schau dich um – du bist überall zu Hause und willkommen, worin du deinen Geist und deine Seele in einem harmonischen Körper spürst. Selbst deine weibliche Entsprechung spürt durch dich Schwingungen des rechten und liebenden Seins. Du bringst uns ihr nahe und du bringst sie uns nahe. Du bist ein starkes Menschenwesen, das leider ein zu geringes Selbstwertgefühl entwickelt hat und – trotz allem – Welten vereinen kann.«

»Ich glaube, ich liebe dich, Mordechai«, sagte ich weich. »Du hast eine so große Gabe, mich zu führen – mir aufzuzeigen, dass wir alle im Universum Geschwister sind.«

»Und genau das kannst du darstellen und in die Seelen deiner Mitmenschen geben. Es ist dir angelegt, deiner Spezies um eine gehörige Portion voraus zu sein. Es ist dir und deiner Christa offenbart, Menschen dem göttlichen Verständnis zuzuführen«, umarmte sie mich herzlich.“

»Warum kannst du das besser sagen, als Ulluer und Nasmakrai?«, fragte ich.

»Ach, mein Lieber – die können das auch. Doch du und auch deine Gefährtin braucht noch ein bisschen Ausfluss weiblicher Konsequenzen«, lachte sie. »Ihr habt beide Defizite in eurer weiblichen Seite.«

Womit sie vollkommen recht hat!

Ich verabschiedete mich nun von Mordechai, die bei ihren Babys blieb und ging zurück in Ulluers Garten zum männlichen Bereich und wir führten das abgebrochene Gespräch weiter und jetzt wurde es für mich richtig interessant. Sie erklärten mir, ich solle doch mal eine ganz neue Form einer Heilung für hier oben ausprobieren. Sie bezeichnen sie als Trinitätsheilung, die in mir bereits angelegt sei, weil ich enorm viele Tiefen ausgelotet und viele Krankheiten überstanden habe. Diese Therapie habe zum Inhalt, dass sich sowohl Therapeut als auch Patient gemeinsam in die Heilung führen.
»Das ist nicht neu, Alfons– das ist lediglich die Urform einer Therapie mit einem Individuum, das sich dem Therapeuten anvertraut, weil dieser das schon durchlebt hat«, folgerte Uller. »Der Therapeut geht dabei innerhalb der Behandlungszeit eine Beziehung zum Patienten ein, wobei der zu Heilende in dieser Zeit für den Therapeuten sorgt. In eurem Falle geht es natürlich nur über eine entsprechende Bezahlung. Wird bei uns solch eine Therapie durchgeführt, sorgen die Therapeuten für eine Vielfalt des Austausches zwischen dem Heiler und dem zu Heilenden – sie verbringen einige Zeit miteinander und tauschen sich dabei sehr viel aus. Der Heiler ist deshalb der Heiler, weil er schon durchlebt hat, was der Patient gerade durchlebt. Es kann nur jeder vor Gefahren warnen, der sie selbst erlebt und erfahren hat. Es kann nur jener Gesetze erlassen, der sie vorher alle gebrochen und die Folgen davon durchstanden hat. Nur der ist wirklich Meister eines Gebietes, der das Gebiet durchlebt hat.«

»Nur der Mörder weiß, was Mord ist«, nickte ich dazu.“

»Ja, nur der Erfahrene ist Meister«, nickte Ulluer, »und du bist in vielen Dingen des Lebens erfahren. Du solltest dich einfach nur getrauen, dein Wissen zu konzentrieren und es auszuspielen. In deinen Genen liegt die Antwort – in deiner persönlichen Akashachronik ist dein Dasein dokumentiert.«

»Es gibt so viele Heiler – warum sollte ich nun auch da noch einsteigen?«, fragte ich ihn.

»Weil du die Kraft des Heilens auf allen möglichen Ebenen in dir angelegt hast«, antwortete Nasmakrai. »Alfons, du hast Wortmacht! Dazu kommt die Erfahrung, selbst in dunkelsten Bereichen gewühlt und sich aus eigener Kraft da wieder herausgeschwungen zu haben. Wer kann das schon von sich behaupten?«

Ich denke jetzt an Mordechai. Sie hat die Befähigung, mich aufzuschließen, mir einen kräftigen Schubs zu geben, was sie heute getan hat. Ich freue mich nun auszufahren und mit Christa darüber zu sprechen.

*

Kurz vor meiner Ausfahrt kam Ulluer vorbei und sagte:
»Ich grüße heute deine Christa, indem ich ihr übermittle, sie ist herzlich eingeladen, mit uns auf telepathischem Wege zu kommunizieren. Es liegt alleine an ihr, uns anzusprechen. Sie kann das. Teile ihr mit, sie ist eine Schwester – sie darf sich ohne Ängste aufmachen für uns und andere.
Christa ist ein Traummensch – sage ihr, sie soll sich zuerst einmal im Traum an uns wenden, dann fällt es ihr vielleicht leichter. Aber es muss noch etwas anderes hinter ihrer derzeitigen Schwierigkeit liegen, mit uns Kontakt aufzunehmen. Sie soll einmal intensiv darüber nachdenken und aufschreiben, was ihr dazu einfällt. Vielleicht können wir ja gemeinsam diesen Knoten lösen.«

*